Elektromobilität auf dem Vormarsch – wo steht Deutschland?

Elektromobilität scheint das Thema der Stunde zu sein. Natürlich muss hier zuallererst Tesla genannt werden. Das US-Unternehmen, welches mittlerweile international Erfolge feiert, schuf mit dem eigenen Elektroauto nicht nur den ersten reichweitenstarke Personenwagen, den man auch im Alltag brauchen konnte, sondern erschuf mit diesem Wagen ein Statussymbol. Staunend schaute man den ersten Teslas nach, die man immer mehr auf den Straßen erblicken konnte. Wer einen Tesla hatte galt als fortschrittlich und als einer, der auf die Umwelt schaut. Zudem war nicht nur der Antrieb, sondern die ganze Technologie des Wagens revolutionär. So verbindet man heute immer noch Tesla mit dem Begriff des selbstfahrenden Autos.

Selbstverständlich entstand dadurch ein grosser Druck auf andere Hersteller – insbesondere auf die einst so stolzen Autoproduzenten in Deutschland. Während man selbst tüftelte und entwickelte baute Tesla munter sein Schnellladenetz aus und wird wohl bald hierzulande mit der Auslieferung des „Modell 3“ beginnen, auch „Tesla für die Masse“ genannt. Mittlerweile haben zwar auch etwa BMW und Audi Modelle vorgestellt, welche auf großes Echo stießen, jedoch scheint es nicht sicher, dass der Vorsprung zu Tesla auch eingeholt werden kann.

Produktion in Deutschland?

Zudem scheint es fraglich, inwiefern der Produktionsstandort Deutschland von dieser Entwicklung profitieren kann. Als namhaftes Beispiel kann etwa das Unternehmen „Aumann AG“ herangezogen werden. In den letzten Jahren herrschte ein regelrechter Hype um die Gesellschaft, die primär für „Produkte für die Fertigung von Elektromotoren“ bekannt ist. Die Aktie des Unternehmens glänzte und die Zukunftsaussichten schienen rosig. Elektromobilität war das dominierende Thema – und damit entsprechend auch das Unternehmen, welches genau diese Produkte zur Herstellung liefert. Doch vor wenigen Wochen setzte die Ernüchterung ein, der Aktienkurs verlor alleine in den letzten Tagen binnen 24 Stunden mehr als 15%.

Der Grund dafür? Die Nachfrage in Deutschland selbst werde überschätzt. Die große Elektrorevolution werde etwa in Ländern wie China stattfinden und es sei unklar, inwiefern die deutsche Wirtschaft und damit Unternehmen wie Aumann profitieren können. Betrachtet man die volkswirtschaftliche Bedeutung dieses Themas, so scheint klar, dass sich China keinesfalls nur auf das Know-How aus dem Ausland verlassen will.

Umdenken – privat als auch öffentlich

Es scheint daher unumgänglich, dass eine starke Nachfrage auch in Deutschland erzeugt werden muss. Sicherlich sind private Investitionen in das eigene Elektrofahrzeug unglaublich wichtig, jedoch wird die Investitionskraft der öffentlichen Hand noch massiv unterschätzt. Ein Großteil des öffentlichen Verkehrs etwa findet immer noch mit Fortbewegungsmitteln statt, die mit Diesel angetrieben werden. Man beachte nur die Anzahl an Bahnstrecken, die noch nicht elektrifiziert sind. Auch das innerstädtische Bus-Netz müsste dringend auf elektrischen Busse umgestellt werden.

Der Bund hat etwa eine Investition von 70 Millionen Euro für den Kauf von E-Busse für den Personenverkehr angekündigt. Das mag nach nicht viel klingen – kann jedoch viele weitere Investitionen nach sich ziehen. Dadurch wird auch im Inland eine Nachfrage erzeugt und ermöglicht es, dass stetig Arbeitsplätze von dem „Mobilitätssektor“ zum „E-Mobilitätssektor“ abwandern können.

Zusammenfassend ist es somit an der höchsten Zeit, dass eine Umstellung zum elektrischen Antrieb erfolgt. Nur so wird Technologie im Land entwickelt und produziert und nur so kann ein Gegengewicht zu Ländern wie China entstehen.

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