Zugang zu Daten & Datenträgern: Für den Notfall planen

Ein zentraler Aspekt bei der Datensicherung wird oftmals vergessen: Der Zugang zu Daten und zu den Datenträgern selbst. Darunter sind primär zwei verschiedene Problemfälle zu unterscheiden: (i) die Möglichkeit auf verschlüsselte Daten zuzugreifen, etwa durch verlorene Passwörter oder Key-Files sowie korrupte Daten und (ii) der Zugang zu den Datenträgern selbst, etwa durch Lagerung in Tresoren oder bei Drittpersonen wie Banken.

Verschlüsselte Dateien: Zugangsdaten sichern

Wenn Dateien in komprimierter Form gesichert werden kommt oftmals gleichzeitig eine Verschlüsselung zum Einsatz. Dadurch soll unter anderem auch sichergestellt werden, dass die Daten für einen unbefugten Dritten nahezu nutzlos sind, wenn dieser nicht im Besitz des dazugehörigen Schlüssels ist. Allerdings spielt eine Verschlüsselung nicht nur bei einem Backup eine entscheidende Rolle, auch bei der primären Speicherung der Dateien kann eine Verschlüsselung vorausgesetzt sein. Sollte etwa der eigene Laptop entwendet oder verloren werden so sind immerhin die Daten vor unbefugtem Zugriff gesichert.

Problematisch ist es nun hingegen, wenn der Schlüssel selbst verloren geht. Einfach zu bedienende Programme wie VeraCrypt ermöglichen eine komplexe Verschlüsselung auch für Endanwender, die etwa private Dateien verschlüsseln und auf die Jahre später erst wieder zugegriffen werden soll. Neben einem einfachen Passwort können auch ganze Dateien als Schlüssel dienen, wobei sowohl Datei als auch Passwort sicher aufbewahrt werden sollten. Passwörter können hierbei sowohl Digital (etwa in einem verschlüsselten Passwort-Manager) als auch einfach auf Papier notiert werden, wobei dieses Dokument anschließend sicher verwahrt werden muss. Oftmals wird leider übersehen, dass man sich an das gewählte Passwort in diesem Moment noch ohne Probleme erinnert, in einigen Jahren hingegen es komplett vergessen gehen kann. Deshalb der Tipp: Passwörter bei der Erstellung notieren, sie gehen einfacher vergessen als man es für möglich hält!

Notfallplan für Zugang zu Datenträgern

Werden Daten nicht nur digital „verschlossen“ sondern wird auch noch der Datenträger physisch weggeschlossen, so sollte ein Notfallplan bestehen. Was passiert wenn der Schlüssel verloren geht oder die zuständige Person nicht erreichbar ist? Besteht ein Brandschutz? Innerhalb welcher Zeitspanne müssen die Daten zugänglich gemacht werden?

Im Gegensatz zu dem „digitalen Schlüssel“ ist der physische Notzugang einfacher zu gewährleisten: Mit einer starken Verschlüsselung haben auch hochgerüstete Serversysteme Probleme, ein Tresor kann hingegen innerhalb einer vorhersehbaren Zeitspanne einfach aufgeschlossen werden, wenn etwa der Schlüssel verloren wurde. Im Notfall können so auf Datenträger dank 24-Stunden-Dienste innert kurzer Zeit wieder zugegriffen werden.

Somit lässt sich festhalten, dass das Thema „Zugang zu Daten“ keinesfalls beiseite geschoben werden sollte. Mithilfe eines Notfallplanes soll sichergestellt werden, dass ein digitaler und physischer Datenzugang innerhalb einer vorhersehbaren Zeitspanne gewährleistet ist.

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