CAPA-Manager – ein Beruf mit Zukunft

Während kleinere Unternehmen oder Start-ups das Management des Arbeitsprozesses und der Organisation meist aus Kostengründen in die eigenen Hände nehmen, beschäftigt nahezu jedes größere Unternehmen eine eigene Management-Abteilung. Ist das Unternehmen entsprechend groß genug, wird der Managementsektor in einzelne Bereiche aufgeteilt. Im Sektor Qualitätsmanagement befindet sich auch die Unterkategorie CAPA-Management. CAPA-Manager sind für Korrekturen, präventive Maßnahmen und Prozessoptimierungen zuständig. Doch was genau versteht man eigentlich unter diesen Bereichen und Maßnahmen? Besitzt der Beruf des CAPA-Managers Berufs- und Karrierechancen?

Prävention und Korrektur

Prävention und KorrekturEin Studium der Onomastik (Geschichte, Entwicklung und Bedeutung von Namen), Promenadologie (Wissenschaft vom Spazierengehen) oder der Eurythmie (Bewegungskunst) sind keine schlechten Scherze einiger Uniprofessoren, sondern vollkommen ernstgemeinte Studiengänge. Es sind nur drei von den mittlerweile fast 20.000 verschiedenen Studiengängen in Deutschland. Während sich früher die Berufe scheinbar auf die Bereiche Landwirtschaft, Recht, Medizin und Fabrikarbeiter konzentriert haben, besitzt heutzutage jede noch so kleine Disziplin eigene akademische Lehrgänge inklusive entsprechender Fachbezeichnung.

Ein Studiengang ist CAPA-Management zwar noch nicht, dennoch dürften die wenigsten sich einen Begriff machen können, wenn sie vom Beruf des CAPA-Managers hören. Was genau versteht man daher unter CAPA-Management? CAPA steht für Corrective and Preventive Action-Management und beschreibt einen Prozess aus dem Bereich Qualitätsmanagement. Nahezu alle Sektoren des Unternehmensprozesses werden von „Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen“ behandelt. Im Klartext dient CAPA-Management also dem Zweck:

  • Fehler und Abweichungen in Prozessen rechtzeitig zu erkennen und zu analysieren
  • Die Abweichungen zwischen den Abläufen in der Idealform und der Realität zu benennen
  • Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen nach dem Optimierungsbedarf durchzuführen
  • Alle Unternehmensprozesse kontinuierlich zu verbessern
  • Das Qualitätsmanagement stetig weiterzuentwickeln

Fasst man die Aufgabenbereiche zusammen, ist das CAPA-Management für die Analyse und Optimierung sämtlicher Unternehmensprozesse verantwortlich. Damit gar nicht erst Probleme entstehen, muss ein CAPA-Manager besonderen Wert auf die Bildung von korrigierenden und präventiven Maßnahmen legen.

Macht der CAPA-Manager seinen Job erfolgreich, können große Unternehmen, deren Tätigkeit meist aus zahlreichen Einzelprozesses besteht, schnell die Ursache für Qualitätsmängel bei Produkten erkennen und den fehlerhaften Prozessen zuordnen. Die Entwicklung der nötigen Maßnahmen zur Lösung des Problems sollten in der Regel ebenfalls vom CAPA-Manager mitgeliefert werden.

Im Idealfall werden die Schritte zur Verbesserung von Arbeitsabläufen, Produkten oder Herstellungsverfahren umgehend eingeleitet. Drückt man es etwas vereinfacht aus, stellt das CAPA-Management sozusagen die Eingreiftruppe beziehungsweise die Feuerwehr des Unternehmens dar. Ein CAPA-Manager muss akute Problemfälle im Eiltempo erfassen, analysieren und beheben.

Eine Alternative zum CAPA-Management

Eine Alternative zum CAPA-Management Jeder Großkonzern besetzt heutzutage die Position des CAPA-Managers. In einem globalisierten, hart umkämpften Markt kann es sich kein größeres Unternehmen leisten, Prozessoptimierungen im gesamten Ablauf hinten anzustellen. Durch die Digitalisierung der Arbeitswelt greifen allerdings immer mehr Unternehmen auf eine Software für CAPA-Management als Alternative zurück. Speziell kleinere Firmen, die nicht die Kapazitäten für eine Vollzeitstelle eines CAPA-Managers besitzen, greifen immer häufiger auf die technische Lösung zurück.

Ursachen und Lösungen werden von der Software ebenfalls erkannt und fehlerhafte Prozesse benannt. Dadurch kann die Effizienz der operativen und qualitätsbezogenen Prozesse erheblich gesteigert werden. Die Software übernimmt dabei die Tätigkeit des CAPA-Managers vollständig und arbeitet die To-do-Liste sorgfältig ab:

  • Sie registriert sämtliche Abweichungen hinsichtlich der Produktqualität
  • Die Ursachen des Ausfalls werden analysiert und diagnostiziert
  • Zur Behebung der Problematik wird ein Maßnahmenkatalog erstellt
  • Werden die vorgeschlagenen Maßnahmen vollzogen, werden diese abschließend in ihrer Wirksamkeit beurteilt

Die größten Herausforderungen für die Software sind dabei sicherlich die Zuverlässigkeit und Effektivität. Das gilt im herausragenden Maße für spezielle Branchen, in denen fehlerhafte Prozesse oder Produktionsfehler schwerwiegende Folgen haben können:

  • Automobilindustrie
  • Life Science
  • Hersteller von Pharma- und Medizinprodukten

Die einzigartige Software bedient fehlerbehebende Maßnahmen mit standardisierten Lösungen. Auch außergewöhnliche Problemstellungen werden von der Software erkannt und systematische Fehler behoben. Der Leitung des Unternehmens werden zudem zu jedem Problemfall und jeder Prozessveränderung entscheidende Kennzahlen sowie ausführliche Reports bereitgestellt. Eine menschliche Arbeitskraft kann die Software selbstverständlich nicht ersetzen. Als weitaus günstigere Variante für die Unternehmensleitung stellt die Software aber eine gute Alternative dar.

Healthcare nur mit einem CAPA-Manager

Im Sektor des Healthcare sind aufgrund der Komplexität der Prozesse allerdings noch die umfassenden Analyse- und Behebungsfähigkeiten menschlicher CAPA-Manager gefragt. Martin Wiesel ist einer von ihnen. „Medical Engineering“ hieß sein Studiengang an der Fachhochschule Furtwangen, bevor er einen Arbeitsplatz bei einem Großkonzern aus der Medizintechnikbranche fand. Fehlererkennung und -behebung im Produktionsprozess für Patientenüberwachungsmonitore ist sein Hauptaufgabengebiet.

„Ich arbeite grundsätzlich in interdisziplinären Teams und komme dadurch mit fast allen Bereichen im Unternehmen zusammen. Das macht meine Aufgabe sehr spannend und abwechslungsreich“, sagt der CAPA-Manager über seinen Arbeitsplatz. Herausforderungen gibt es in seinem Beruf zur Genüge. Zwar muss Martin Wiesel umgehend eingreifen, wenn Probleme entstehen. Dennoch kann die Behebung der Prozessstörung über Monate andauern, je nach Komplexität des Problems. Deshalb weiß Wiesel auch, dass ein hochkompetentes und analytisches Verständnis zu den Basics des Berufs zählt.

„Wenn ein Problem dann aus der Welt geschafft ist, ist das ein tolles Gefühl“, sagt der CAPA-Manager mit einem Grinsen im Gesicht. Allerdings hat er auch immer wieder mit interner Kritik zu kämpfen, da Prozessoptimierungen auch immer Veränderungen mit sich bringen und diese nicht von jedem gern gesehen sind. „Veränderungen sind manchmal schwer durchzusetzen. Man muss lernen, die Leute für sich zu gewinnen.“ Überzeugungsarbeit und konsequentes Handel sind daher von großer Bedeutung. Der Beruf setzt allgemein einiges voraus. Dafür können sich Gehalt und Karrierechancen sehen lassen.

CAPA-Manager: Perspektiven und Voraussetzungen

CAPA-Manager sind auf dem globalisierten und hart umkämpften Markt gefragt. Um der Konkurrenz erfolgreich entgegentreten zu können, sind optimierte Unternehmensprozesse unabdingbar. Der Bedarf der Unternehmen ist groß. Das Einstiegsgehalt eines CAPA-Managers ist ebenfalls beachtlich und liegt bei rund 60.000 Euro im Jahr. In der Regel sehen die Unternehmen einen gewissen Grad an Erfahrung als Voraussetzung für die Tätigkeit als CAPA-Managers. Ein abgeschlossenes Studium ist ebenfalls Bedingung.

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