PC-Games fördern die Intelligenz

Laufen, Springen, Kämpfen, Strategien entwickeln – Computerspiele sind ein wichtiger Bestandteil des Alltags von Kids und Erwachsenen. In der Vergangenheit wurde das regelmäßige Zocken immer wieder verurteilt. In den letzten Jahren bewiesen jedoch zahlreiche Studien, dass PC-Games gar nicht so schlecht sind und sogar viele Fähigkeiten verbessern können.

Einer australischen Studie der RMIT Universität in Melbourne zufolge sind Schüler, die täglich 30 Minuten Computerspiele spielen, besser in Mathetests als andere. Die Tests wurden von 12.000 Jugendlichen aus Down Under absolviert. Diejenigen, die regelmäßig am Computer spielen, erreichten im Schnitt rund 15 Punkte mehr bei den Mathearbeiten als ihre Mitschüler. Nach den Wissenschaftlern liegt das daran, dass bei vielen Games bestimmte Fähigkeiten wie Rechnen, logisches Denken und Navigieren gefordert und dadurch auch geschult werden. Die Studie ruft vor allem Lehrer dazu auf, Videospiele als eine Möglichkeit zu sehen, Fähigkeiten zu schärfen, die die Schüler in der Schule lernen.

Auch neurologisch hat sich mittlerweile bestätigt, dass Gaming schlauer machen kann. Bei Wissenschaftstests fand man heraus, dass einige Regionen im Gehirn wachsen können. Dazu zählen vor allem die für die räumliche Navigation und die für strategisches Denken. Laut Studien sollen die Veränderungen im Gehirn sogar größer sein, wenn man Spaß beim Gaming empfindet.

Das Genre entscheidet über die Fähigkeiten

Die verschiedenen Game-Kategorien prägen unterschiedliche Kompetenzen. Ein Allrounder sind die klassischen Denkspiele, wie man sie häufig online findet, denn sie schulen ein breites Spektrum an Fähigkeiten. Wimmelbilder und Puzzlespiele zum Beispiel fördern die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit. Aber auch Action- oder sogenannte Ballerspiele sensibilisieren die visuelle Aufmerksamkeit. Sind die Spiele in 3D, schult das zudem die räumliche Vorstellungskraft. Actiongeladene Games können auch dazu dienen, Mechanismen zur Stressbewältigung und Stressresistenzen zu entwickeln. Sie helfen dabei, aufgebauten Frust und Ballast des Tages in der virtuellen Welt abzubauen. Viele nehmen das Computerspielen als entspannende Beschäftigung wahr. Solange das so ist, können die Games einen positiven Effekt erwirken.

Strategiespiele erfordern eine aufmerksame Planung und das Abwägen von Konsequenzen. Auch Taktik- und Kombinationsfähigkeiten sowie Improvisation und Kreativität bei Problemlösungen sind gefordert. Sportspiele setzen vor allem auf antizipatorisches Denken und Handeln.

Fast alle Computergames fördern Skills wie die Auge-Hand-Koordination, das Reaktionsvermögen und die allgemeine multimediale Kompetenz. Bei Games, die man mit anderen gemeinsam spielt, werden zudem soziale Kompetenzen und die soziale Entwicklung gefördert. Das liegt vor allem daran, dass die Spieler gemeinsam Schwierigkeiten überwinden, Strategien entwickeln und lernen, mit Rückschlägen umzugehen.

Grenzen kennen ist entscheidend

Dass Computerspiele diese Fähigkeiten schulen, rechtfertigt allerdings nicht endloses Zocken auf PC, Smartphone und Co. Die Studien zeigen ausschließlich bei denjenigen positive Effekte, die im normalen zeitlichen Rahmen bleiben. Wer täglich mehrere Stunden vor dem Videospiel sitzt, kann krank werden. Neben körperlichen Leiden wie Kopf- und Rückenschmerzen oder der sogenannten Motion Sickness sind es vor allem psychische Probleme, die schnell zur Gefahr werden. Spielsucht ist weit verbreitet und sollte stets ernst genommen werden. Nach einer aktuellen Befragung sind 8,4 Prozent der männlichen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 12 und 25 Jahren bereits süchtig nach Computerspielen.

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