Saftige Strafe für WhatsApp: Mal eben eine Strafe über 110 Millionen Euro

Die Übernahme von WhatsApp durch Facebook ist um eine weitere Facette reicher – und für Facebook wieder ein Stück teurer geworden. Ganze 110 Millionen Euro macht die Geldbuße aus, die von der EU-Kommission wegen „irreführender Angaben zur Übernahme von WhatsApp“ dem US-Konzern verhängt worden ist.  Das gab die EU-Kommission in einer Pressemitteilung bekannt.

Die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager wird zur Begründung wie folgt zitiert:

„Der heutige Beschluss ist eine deutliche Botschaft an Unternehmen, dass sie die EU-Fusionskontrollvorschriften einhalten müssen, darunter auch die  Verpflichtung, sachlich richtige Angaben zu machen. Aus diesem Grunde  sieht er eine angemessene und abschreckende Geldbuße gegen Facebook vor.  Die Kommission muss sich beim Erlass ihrer Beschlüsse über die  Auswirkungen von Zusammenschlüssen auf den Wettbewerb auf umfassende und  präzise Informationen stützen können.“

Der Grund ist, dass Facebook bei der Übernahme angegeben hatte, dass das Unternehmen nicht in der Lage sei, einen zuverlässigen automatischen Abgleich  zwischen den bei Facebook bzw. bei WhatsApp unterhaltenen  Benutzerkonten vorzunehmen. Diese Ansicht hatte Facebook nun offensichtlich geändert und hat – begleitet von einem entsprechenden medialen Aufschrei – angekündigt, dass die Benutzerdaten nun verknüpft werden, was bereits für sich immer wieder für Diskussionen und Geldstrafen sorgt.

Dass Facebook bei der Übernahme von WhatApp wirklich davon ausgegangen ist, dass die Benutzerdaten nicht verknüpft werden können, scheint unwahrscheinlich. Eine Geldstrafe scheint nur angemessen. Allerdings scheint die Höhne von 110 Millionen Euro Facebook nicht zu schmerzen: Eine solche Geldstrafe scheint bei einem kolportierten Kaufpreis von 19 Milliarden US-Dollar eher als eine Kleinigkeit (so auch andere Medien), die von Facebook wahrscheinlich bereits einkalkuliert worden ist. Die Strafe ist somit keinesfalls drastisch und wird Facebook kaum dazu bewegen,  beim nächsten mal wahrheitsgetreue Angaben zu machen.

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