Sichere E-Mail-Dienste: Das sollte man wissen

Die Kommunikation über E-Mails ist heute alltäglich. 2015 wurden allein in Deutschland mehr als 544 Milliarden E-Mails verschickt. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass die Daten sicher und nur für die betreffenden Personen sichtbar sind. In den vergangenen Jahren wurde allerdings immer wieder bekannt, dass E-Mail-Provider gehackt, überwacht und die Daten an Dritte verkauft werden. Um sich vor solchem Betrug zu schützen, ist es wichtig, einen seriösen E-Mail-Anbieter zu nutzen. Doch welche Provider sind sicher und woran erkennt man sie?

Infografik: E-Mail in Deutschland | Statista
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83 Prozent der Deutschen nutzen das Internet zum Versenden von E-Mails. Statistiken zeigen einen eindeutigen Aufwärtstrend. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 73 Prozent. Die meisten von ihnen sind bei GMX und Web.de angemeldet. Nach Kritik haben diese deutschen Anbieter Ende 2015 die PGP-Verschlüsselung eingeführt. Diese Ende-zu-Ende-Verschlüsselung macht Nachrichten abhörsicher und funktioniert in Kombination mit Browsern wie Chrome und Firefox. Dennoch haben beide Dienste, wie auch andere Provider weltweit, mit dem vermehrten Angriff durch Spam-Mails zu kämpfen. GMX und Web.de registrierten allein im Jahr 2016 über 117 Millionen Spam-Mails täglich. Hier liegt es vor allem am Nutzer, sich davor zu schützen. Informationen zur Sicherheit im Internet und Taktiken, wie man mit Spam umgehen sollte, findet man auf dieser Ratgeberseite.

Woran erkennt man einen sicheren Anbieter?

Ein seriöser und sicherer Anbieter verlangt mehrere Sicherheitsmechanismen. Zudem zeigt er deutlich, welche Daten er vom Nutzer erfasst und wie er mit diesen umgeht. Für den User gilt: Je weniger persönliche Daten ein Provider einfordert, desto besser. Anbieter, die nur im Kleingedruckten auf die Datenverarbeitung aufmerksam machen, haben in der Regel etwas zu verbergen. Wichtig ist auch das Thema Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Was bei Messengern lange kritisiert und nun von den meisten Diensten implementiert wurde, ist beim Gros der Mail-Dienste noch nicht umgesetzt worden. Provider mit End-Verschlüsselung gelten als die sichersten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Standort der Mail-Server. Man sollte darauf achten, dass sich diese in Deutschland befinden.

Welche Provider sind am sichersten?

Stiftung Warentest hat zahlreiche E-Mail-Anbieter unter die Lupe genommen. Im Vordergrund der Untersuchung standen die folgenden Themen:

  • Sicherheit der Nutzerdaten
  • E-Mail-Verschlüsselung
  • allgemeine Datensicherheit.

Die deutschen Anbieter Posteo und mailbox.org gehen als Sieger aus dem Test hervor. Beide Provider sind zwar mit monatlichen Gebühren ab einem Euro verbunden, dafür sind sie jedoch komplett werbefrei und erfüllen hohe Sicherheitsstandards. So stehen die Server beider Anbieter in Deutschland und sind durch deutsches Recht geschützt. Beide Anbieter bieten überdies eine verschlüsselte Speicherung auf dem Server an. Provider wie Web.de und GMX liegen mit den Plätzen sechs und sieben im vorderen Bereich. E-Mail-Anbieter von Microsoft und Google hingegen schnitten sehr schlecht ab. Gmail und Outlook landeten auf den letzten Plätzen. Hier werden vor allem die unnütze Datenerhebung und der unsichere Umgang damit kritisiert.

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