Highspeed Internet für ganz Österreich bis 2020 – Deutschland will 2018 fertig sein, aber nur halb so schnelles Internet

RouterZugegeben, das Mammutprojekt „Marea“ mit dem Microsoft und Facebook zusammen ein Internetkabel unter dem Atlantik verlegen wollen, ist schon eine Riesennummer. Deutschland und Österreich liegen im internationalen High-Speed-Internet-Vergleich eher im Mittelfeld. Doch das soll sich jetzt ändern.

Deswegen wollen Nachbarstaaten Österreich und Deutschland jetzt viel für den Ausbau von schnellen Internetleitungen tun. Ultraschnell bedeutet aber in beiden Ländern etwas anderes. Während in Österreich bis 2020 flächendeckend Internetgeschwindigkeiten von 100 Mbit/s garantiert werden sollen, ist bei den Deutschen bei 50 Mbit/s die Geschwindigkeitsgrenze erreicht, zumindest was der flächendeckende Ausbau des Netzes angeht. Zugegeben, Deutschland will dafür schon zwei Jahre früher fertig sein, nämlich schon 2018, und hat eine viel größere Fläche abzudecken.

Selbes Problem, unterschiedliche Lösungen

Der Breitbandausbau beginnt in Österreich und Deutschland 2016 und wird in mehreren Stufen ausgerollt und mit 1 Milliarde Euro (Österreich) beziehungsweise 2,7 Milliarden Euro (Deutschland) gefördert. Die erste Runde Förderbescheide ist bereits vergeben worden, so sind in Österreich 300 Millionen Euro für 2016 bewilligt worden und in Deutschland wurden im ersten Förderpaket 420 Millionen Euro zugesagt. In beiden Ländern existiert das schnelle Internet vorrangig in Ballungszentren, da hier aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte der finanzielle Aufwand zum Ausbau des High Speed Internets pro Person niedriger ist, als in ländlichen Gegenden. In Österreich findet der Ausbau daher zuerst in ländlichen Gegenden statt, während in Deutschland diejenigen Bundesländer zuerst Förderung erhalten, die sich bei der Antragstellung beeilt haben. Am schnellsten waren hier die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Vorteile von schnellem Breitbandinternet

Vor allem Schulen und Unternehmen profitieren von schnellerem Internet, brauchen es sogar, um zukunftsfähig zu bleiben. Aber auch Privatnutzer haben heute andere Nutzungsgewohnheiten als noch vor fünf Jahren, und brauchen schnellere Internetverbindungen. In Österreich könnten zwar theoretisch 48 Prozent aller Haushalte mit Geschwindigkeiten von 100 Mbit/s surfen, jedoch ist das nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung praktisch auch machbar. Etwa 30 Prozent aller Österreicher – vorrangig in ländlichen Gebieten – sind nicht mit angemessen schnellem Internet versorgt. Auch in Deutschland ist verlässliches schnelles Internet ein heikles Thema. Noch dominieren hier DSL Anbieter den Markt, da es vielerorts verfügbar ist. Andere Optionen wie Kabel Internetverbindungen sind zwar schneller und weniger störungsanfällig, sind aber nicht überall verfügbar. Wer durch einen Verfügbarkeitstest herausfindet, dass ein Kabelanschluss an der heimischen Adresse vorhanden ist, kann mit Hilfe derselben Leitung gleichzeitig telefonieren, Fernsehen und im Internet surfen. Wie schnell die heimische Leitung wirklich ist, sollte man in regelmäßigen Abständen mit einem Speed Test prüfen, und gegebenenfalls nach einem besseren Angebot suchen, da Verbindung oft nicht so schnell sind wie angepriesen.

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