Spiele online um echtes Geld spielen – legal oder illegal?

gesetzDieser Artikel ist ein Gastbeitrag

Online Spiele erfreuen sich zunehmender Beliebtheit – besonders in Deutschland. Allerdings stellt sich die Frage, welche Spiele erlaubt sind und welche nicht. Nach deutschem Recht gilt hier nämlich eine Unterscheidung zwischen „Glücksspiel“ und „Geschicklichkeitsspiel“, dessen Unterschied wir im Folgenden detailliert erörtern möchten:

Internet-Glücksspielverbot mit Ausnahmen

Als Glücksspiele bezeichnet das deutsche Recht Spiele, für die der Teilnehmer einen Einsatz tätigt und deren Gewinnchancen hauptsächlich vom Zufall abhängen. Sie werden durch den Glücksspielstaatsvertrag geregelt, dem alle Bundesländer beigetreten sind. Dieser verbietet öffentliche Glückspiele im Internet.
Ausgenommen von diesem Verbot sind lediglich die staatlichen Lotterieverbände, private Lotto-Vermittler und Anbieter von Sportwetten. Unter bestimmten Voraussetzungen erteilen ihnen die Länder eine Erlaubnis für das Internet-Angebot. Bei den Sportwetten ist die Zahl der Konzessionen probeweise auf 20 beschränkt. Diese sind zurzeit aber durch ein Rechtsverfahren blockiert.
Es existiert eine weitere Ausnahme vom Online-Glücksspielverbot: Bevor Schleswig Holstein im Januar 2013 dem Glücksspielstaatsvertrag beitrat, war es das einzige Bundesland, das Online-Kasinos konzessionierte. Diese Lizenzen blieben nach dem Beitritt gültig, sind jedoch auf fünf Jahre beschränkt und laufen daher spätestens im Januar 2018 aus.

Geschicklichkeitsspiele erlaubt, Poker verboten

Von den Glücksspielen zu unterscheiden sind Geschicklichkeitsspiele, deren Gewinnchancen nicht vom Zufall, sondern überwiegend von Fähigkeit, Wissen und Aufmerksamkeit des Spielers abhängen. Sie sind erlaubt, um echtes Geld zu spielen. Sofern Spiele mit zufälligem Ausgang keinen oder nur geringfügigen Einsatz verlangen, fallen sie ebenfalls nicht unter das Online-Glücksspielverbot.
Obwohl das Können den Spielerfolg mitbestimmt, zählt der Bundesgerichtshof Poker nicht zu den Geschicklichkeitsspielen. Online-Pokerturniere sind daher (außer bei den von Schleswig-Holstein konzessionierten Anbietern) verboten. Dies vermag eine geringe Höhe der Einsätze nicht zu ändern, da Spielteilnehmer sich typischerweise nicht mit einem Spiel begnügen.

Freiheits- oder Geldstrafe

Neben dem Anbieter unerlaubter Glücksspiele machen sich auch die Spieler strafbar. Ihnen droht gemäß § 285 StGB Freiheitsentzug bis zu einem halben Jahr oder eine Geldstrafe von maximal 180 Tagessätzen. Dabei ist unerheblich, ob der Anbieter seinen Sitz in Deutschland oder im Ausland hat.
Dass dies keine leere Drohung ist, zeigt der Fall eines 25-jährigen Münchners, der in einem Netz-Kasino mit Sitz in Gibraltar Blackjack spielte. Wegen Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel verurteilte ihn das Amtsgericht München zu einer Geldstrafe von 2100 Euro. Außerdem musste er den gesamten Gewinn von über 60.000 Euro abgeben.

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