Apple und das Preisproblem

Apple LogoFür Apple läufts eigentlich rund: Der Umsatz und der Gewinn ist immer noch unglaublich hoch, die Geräte finden immer noch reißenden Absatz und die Modelle werden fleißig mit neuen Features ausgestattet. Auch das iPhone 5S ist dabei keine Ausnahme: Es verkauft sich blendend und die anfänglichen Probleme mit dem iOS 7 scheinen ebenfalls überwunden worden zu sein.

Es läuft also alles blendend, wäre da aber nicht der kleine Bruder von Apples Top-Modell, das iPhone 5C. Es hätte eigentlich eine Billigvariante werden sollen, ein iPhone für diejenigen, die sich das Topmodell nicht leisten können. Stolz wurde es damals präsentiert: Immer noch ein Topmodell, aber im Vergleich mit der 5S-Variante mit einer etwas schwächeren Hardware. Nun wurde berichtet, dass Apple auf 3 Millionen nicht verkauften Geräte sitzt. Eine beachtliche Summe, vor allem wenn man bedenkt, dass Apple noch gar nicht nachbestellt hat – ungewöhnlich für den erfolgsverwöhnten US-amerikanischen Konzern.

Der Grund dafür ist leicht zu finden, zumindest einer davon. Apple-Produkte gelten als Statussymbol. Sie sind teuer und man will dies auch zeigen können. Der Preis gehört zum Image der Geräte. Das iPhone 5C ist – wenn man es im Apple Store kauft – “nur” um 100€ billiger als das Topmodell. Bei einem Preis von 600€ ist man viel eher bereit nochmals 100€ zu zahlen und dafür das Topmodell zu erhalten. Ansonsten muss man mit einem Gerät herumrennen, wo jeder weiß, dass es “nur” die Billigvariante ist. Das ist so als würde man einen Audi kaufen und mit großer weißer Schrift “Ich habe ein Audi! Aber mit einem billigeren Gehäuse, aber dafür 12,5% Rabatt erhalten!” raufschreiben. Das macht man nicht, da zahlt man gerade bei Apple-Produkten etwas mehr. Oder – was die meisten machen – kaufen sich dafür das iPhone 4S, zahlt dafür wesentlich weniger und die Leute denken nicht, dass man eine Billigversion gekauft hat.

Warum dies die Marketing-Experten bei Apple nicht erkannt haben ist sonderbar, aber auf jeden Fall werden wir in Zukunft nicht mit zwei verschiedenen iPhone-Modellen zwangsbeglückt werden –  denn jetzt hat es auch Apple verstanden.

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