Südkorea: “Bloatware” wird gesetzlich verboten

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Es war nur eine Frage der Zeit bis es einige Hersteller übertreiben: Die Rede ist von Bloatware, also Software die bei Handys, Laptops, Tablets, Desktop-PCs etc. bereits vorinstalliert ist. Bei Smartphones eignet sich besonders das Google-Betriebsystem Android aufgrund der Eigenschaften des Systems für das Hinzufügen unzähliger weiterer Apps. So wird mittlerweile jedes Android-Smartphone mit zahlreichen Apps von Google, dem Hersteller, dem Netzbetreiber und sogar von Drittanbietern ausgeliefert, die sich zum Teil gar nicht deinstallieren lassen ohne das Gerät selbst neu aufzusetzen (und dadurch in manchen Fällen die Garantie verliert). Mehrere Seiten des Homescreens sind schon mit Apps befüllt, die die User wohl nicht selbst installiert hätten.

 

Golem.de berichtete nun, dass Südkorea eine Richtlinie erlassen hat, die dieser Praxis Einhalt gebieten soll. Zwar wird die Installation selbst verboten, aber der User muss eine Möglichkeit haben die Apps komplett entfernen zu können – auch die Apps die Google mittlerweile als Bestandteil von Android sieht.

Offiziell lautet die Begründung, dass damit Wettbewerbsvorteile beseitigt werden sollen, jedoch wird auch der User direkt durch ein saubereres OS profitieren. Man darf jedoch vergessen, dass dies nicht nur ein Problem mit  Android bzw. mit Smartphone ist. Auch und besonders bei Laptops nimmt diese Praxis mittlerweile absurde Züge an. Praktiziert wird diese Praxis von jedem größeren Hersteller. Kauft man sich bspw. ein Lenovo-Ultrabook, so ist der Windows-8-Startbildschirm ganz schön gefüllt mir diversen Apps, die man A) nicht braucht und B) den Computer so verlangsamen, dass man das Gefühlt erhält man hat ihn bereits vor einem Jahr gekauft. Nach der Deinstallation dieser Programme bleiben immer noch die Reste der Programme auf dem PC. Erstellt man ein neues Userkonto werden sie einfach wieder installiert, damit der neue User auch in den “Genuss” der von Lenovo ausgewählten Programme kommt.

Was dagegen hilf? Sofort eine saubere Neuinstallation machen. Das einzige was man von den Herstellern braucht ist ein sauberes Treiberpaket, damit man sich dieses nicht von diversen Seiten zusammensuchen muss.

Die Regelung von Südkorea ist sehr zu begrüssen. Man darf darauf hoffen, dass auch die EU diese Regelung aufgreifen wird. Da diese aber ein Dorn im Auge von Konzernen wie Google ist wird man wohl auf starken Gegenwind der Lobbyisten stoßen……

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