Abmahnwelle bei Erotikportalen

Zur Zeit zieht eine Abmahnwelle einige Aufmerksamkeit auf sich: Anscheinend haben bis zu 10.000 Personen in Deutschland einen Brief der Kanzlei Urmann + Collegen (U+C) erhalten, in dem sie aufgefordert werden, 250 Euro zu überweisen weil sie ein “urheberrechtlich geschütztes Werk” auf dem Erotikportal “redtube.com” gestreamt haben sollen.

Woher hat die Kanzlei die Adressen der Kunden?

Dies sorgt seit Beginn Zeit für Spekulationen. Verschiedene Möglichkeiten wurden in Betracht gezogen: Von einer gezielten Weiterleitung über gekaufte Nutzungsstatistiken bis hin zu einer aktiven Mitwirkung des Portals selbst. In einem Kommentar schreibt Rechtsanwalt Christian Solmecke heute Nacht:

“Nur, damit es keine Verwirrung gibt. Die Herausgabe der Wohnadresse zur bereits vorliegenden IP-Adresse erfolgte natürlich erst nach Gerichtsbeschluss. Mich wundert allerdings, dass das LG Köln überhaupt einen solchen Beschluss erlassen hat. Ob Redtube mit oder ohne Beschluss herausgegeben hat, wissen wir noch nicht.”

Laut Golem.de steht nun fest, dass das Landesgericht in einem Verfahren die Herausgabe der “Urheberrechtsverletzungen” verfügt hat. Auch bei der Kanzlei selber wurde angefragt, diese wollten allerdings nicht mit der Sprache herausrücken woher die Nutzerdaten genau stammen.

 

Sind die Forderungen berechtigt?

Die Kanzlei “Wilde Beuger Solmecke Rechtsanwälte”, die auf solche Fälle spezialisiert ist, hat in einem Blogeintrag zu den Briefen ausführlich Stellung genommen. So sind unzählige Fragen offen und es wird keinesfalls dazu geraten, den Beitrag einzuzahlen, da die Rechtslage vollkommen unklar ist. So scheint weder die angesetzte Schadenssumme auch nur ansatzweise gerechtfertigt noch scheint es klar zu sein, dass tatsächlich ein Rechtsverstoß vorliegt.

In dem Kommentarbereich des Blogeintrags läuft es momentan ziemlich rund. So werden unzählige Fragen von der Kanzlei beantwortet als auch dazu aufgerufen Infos aktiv zu posten, damit man sich ein Bild vom Umfang und den Umständen der Abmahnungen machen kann.

Wird in Zukunft öfters abgemahnt?

Das hängt wohl ausschließlich mit dem Ausgang dieses Falles zusammen. Begrüßenswert wäre es, wenn endlich Klarheit bezüglich der Streaming-Problematik geschaffen wird, insbesondere in der Frage nach der Offensichtlichkeit der Rechtsverletzung. Dies dürfte auch bei den Usern für Klarheit sorgen und solche – anscheinend massenweisen – Abmahnungen

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