Das Justizministerium öffnet die Augen

Der neue “Spiegel”, welcher am 11.01.2010 erscheint, widmet sich nun dem Thema “Google”, konkret mit dem Titel “Der Konzern, der mehr über Sie weiß als sie selbst”. Darin gibt es auch ein Interview mit der deutschen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie kritisiert Google, “Der Suchmaschinen-Konzern entwickle sich gerade weithin unbemerkt zu einem "Riesenmonopol, ähnlich wie Microsoft" ”, so steht es in einer Vorabmeldung vom Spiegel.

Bravo, sage ich nur. Schön dass jemand die Augen auf macht, aber korrigieren muss man die deutsche Ministerin trotzdem: Google entwickelt sich nicht gerade zu einem Riesenmonopol, Google IST bereits ein Riesenmonopol. Jeder Bereich des Internets wird von Google dominiert. Jeder Internetuser benutzt Google Tag für Tag, meistens unbemerkt. Mit Google nicht in Kontakt zu treten ist so unmöglich wie gegen Jack Bauer zu gewinnen. Aber es wird schlimmer: Die Buchsuche wird immer umfangreicher, ein Betriebssystem wird kommen, der Google-Browser wurde mit großen finanziellen Mitteln durchgesetzt und ein Google-Handy wurde gerade angekündigt. In der Zukunft wird Google nun auch in anderen Bereichen unseres “Offline”-Lebens mitmischen. Es wäre wünschenswert wenn nun mehr Menschen die Augen öffnen würden!

6 comments

  1. sheep-triple says:

    Die Aussage „Riesenmonopol, ähnlich wie Microsoft“ bei gleichzeitiger Anführung eines Betriebssystems (wobei die ersten Eindrücke von chromium eher mau sind) und eines eigenen browsers (es gibt auch die spionagefreie iron-Version von chrome!) ist wohl ein Widerspruch zur Monopolbehauptung – bekommt doch Microsoft von Google gerade dadurch Konkurrenz, was bedeutet, daß google ein quasi-Monopol aufbricht.. Der Spiegel sollte den Schnarri-Unfug mal besser entsprechend entlarven und dadurch journalistische Kompetenz beweisen, als diese Person bloss zu zitieren.
    Daß google eine große Marktmacht darstellt ist unbestritten, aber es wird niemand gezwungen google anzuwenden oder Microsoft Produkte zu kaufen.
    Die meisten sind nur zu träge oder uninformiert, um sich um Alternativen zu bemühen – vorhanden sind Diese reichlich.

  2. admin says:

    Jein, denn wenn auch zwei Firmen können gleichzeitig ein Monopol haben (Absprache) und ich sehe Chrome eher als ein Spionageprodukt als ein Browser… Auf jeden Fall ist davon auszugehen, dass der durchschnittliche Internetuser unerfahren ist und sicher nicht in der Lage ist, Google auch nur irgendwie auszuweichen – genausowenig wie der durchschnittliche User Microsoft ausweichen kann…

  3. sheep-triple says:

    Hallo admin,
    zur Monopoldefinition linke ich mal auf ein „internet-Lexikon-quasi-Monopol:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Monopol

    Ansonsten bleibt nur zu hoffen, daß die offene Diskussion, wie wir sie hier gerade führen, mehr „Durchschnitts-user“ zu einer kritischeren Haltung zu dieser Problematik führt.
    Ansonsten hat, wie immer, der Markt halt recht.
    Das ist m.E. immer noch durchschaubarer, als wenn sich z.B. die Regierung um unser Wohlergehen sorgt 😉

  4. admin says:

    Ich kann dir nicht ganz zustimmen, denn auch zwei Konkurrenten können ein Monopol bilden – durch Absprachen und es ist mir auch klar, dass es Anfangs einem nicht einleuchten will, aber der bekannte Neoliberalist Milton Friedman warnte bereits 1962 vor genau diesem Scheinmonopol (In seinem Buch „Kapitalismus und Freiheit“, Ab Seite 149)

  5. sheep-triple says:

    Es war auch nicht meine Absicht, die Existenz von Scheinmonopolen anzuzweifeln. Aber es ist auch nicht sinnvoll uns hier abseits der Kerngedanken zu verzetteln. Ich glaube, wir stimmen darin überein jede Form von einseitiger Markt- und/oder Meinungsbeherrschung kritisch zu hinterfragen und öffentlich zu machen.

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